Stromflatrate 2017 – Diese 6 Trends zeichnen sich für die Energieflatrate ab

Seit rund einem Jahr gibt es in Deutschland Stromflatrates. Nach beegy und sonnen folgen auch Stadtwerke wie die EWE, die NEW und große Anbieter wie E.ON mit der SolarCloud oder EnBW mit Angeboten zum Fixpreis. Bei allen Unterschieden zwischen den Anbietern zeichnen sich meiner Meinung nach aber trotzdem mindestens sechs Trends ab:

1. Die Stromflatrate wird Mainstream

Strompakete, Flatrates oder Ähnliches galten lange Zeit als unseriös. Das ist vorbei. Mit etablierten und großen Anbietern ist die Stromflatrate in der Mitte angekommen. Der Trend wird sich 2017 fortsetzen: Viele EVUs und auch große Komponentenhersteller werden ihre Angebote erweitern – EVUs dürften mit ihren Konkurrenten gleichziehen, während OEMs ihre Produkte mit Services komplettieren werden.

2. Die Stromflatrate für unendlichen Verbrauch gibt es nicht

Alle Anbieter haben einen Mechanismus integriert, der massivem Verbrauch vorbeugt. Entweder müssen Kunden für Mehrverbrauch Strom zu einem festgelegten Preis zukaufen oder die Abschläge werden für das nächste Vertragsjahr angepasst.
Auch 2017 bleibt eine Flatrate wohl ohne jede Einschränkung fraglich – auch wenn Deutschland Spitzenreiter in der Produktion erneuerbaren Energien ist, bei denen doch die Grenzkosten 0 sind.

3. Prosumerflatrates dominieren

Auch wenn einige Unternehmen eine Stromflatrate für Stromkunden ohne Immobilie anbieten – meist sind diese Tarife nicht im Zentrum der Marketing-Aktivitäten oder stark regional eingeschränkt. Manche haben gar Versuchscharakter (Eprimo). Das Gros der Flatratekunden dürfte deshalb auf Anbieter für Prosumer fallen, die eine Flatrate in Kombination mit einer Solaranlage und Batteriespeicher kaufen. Interessant: Flatrates für reine Solaranlagen gibt es nicht besonders häufig.

4. Die Stromflatrate ist einer von vielen Services

Der Trend geht vom Anbieter für Einzellösungen wie Energielieferung, Hardware oder Service hin zum Komplettanbieter – die Stromflatrate ist dabei ein Baustein von vielen. Schon jetzt kombinieren Anbieter mehrere Services zu Paketen. Häufig sieht man die Kombination von Flatrate und Community. Auch Kombinationen aus Hardware und Services werden häufiger. In naher Zukunft dürften intelligente und integrierte Lösungen rund um die gesamte Haustechnik auf den Markt kommen – Wärme, Strom und Haustechnik aus einer Hand.

5. Flatrates sind für Energiewender, Technikbegeisterte und Komfortliebhaber

In vielen Fällen kämpfen Stromflatrates mit einem Marketingproblem – sie werden als Billiger-ist-besser-Produkte wahrgenommen, bedienen aber andere Bedürfnisse. So zeigt ein Vergleich der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zwischen der beegy und der sonnen Flatrate auf, dass vor allem die Zielgruppen Energiewender, Technikbegeisterte und Komfortliebhaber von einer Stromflatrate angesprochen werden. In Zukunft werden Unternehmen noch mehr versuchen, Strom und auch die Flatrate aus der grauen Commodity-Ecke zu holen und zum Lifestyle-, Öko- oder Bequem-Produkt zu machen.

6. Wärme- und Mobilitätsflatrate folgen

Noch fehlen die großen Lösungen rund um Wärme und Mobilität – sie stehen aber in den Startlöchern. Senec hat in den letzten Tagen seine Cloud To go auf den Markt gebracht, E.ON wird nachziehen. Politisch gibt es schon Bemühungen um ein Bürgerticket, das alle vorhandenen Verkehrslösungen vernetzt und zum Fixpreis abrechnet. Aber auch die großen Autohersteller oder auch die Bahn arbeiten zurzeit an Lösungen, die übergreifende Tarife und Lösungen möglich machen. Eine Flatrate ist da nur der nächste Schritt.

Ähnliches gilt für die Wärme in privaten Immobilien. Die Stromflatrate für Prosumer liegt von einer Wärmeflatrate für Wärmepumpenbetreiber nicht weit entfernt. Was noch fehlt, ist ein Integrator, der die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität in einem Flatrate-Tarif verbindet.

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