Batteriespeichervertrieb – Preisverfall bietet neue Chancen für Energiedienstleister

Die klassischen Marktgrenzen in der Energiewirtschaft sind aufgebrochen. Energieversorger und Stadtwerke kommen die bisherigen Geschäftsmodelle abhanden und immer mehr branchenfremde Player streben in den Markt. Allerdings: Der schleichende Preisverfall bei Batteriespeichern bietet neue Chancen für Energiedienstleister.

Photovoltaik hat Zukunft, Batteriespeicher ebenso

Erst kürzlich prognostizierten Forscher des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und des National Renewable Energy Laboratory (NREL) in einem Fachbeitrag für das Magazin „Science“, dass sich die weltweit installierte Solarleistung bis zum Jahr 2030 mindestens verzehnfachen werde. Photovoltaik ist also nach wie vor en vogue – auch in Deutschland, trotz aller zwischenzeitlicher Bedenken. Zumal die Bundesregierung erst vor Kurzem die Förderung des Mieterstroms beschloss. Künftig sollen auch Mieter vom Solarstrom auf dem Hausdach profitieren – entsprechende Anreize für den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden werden nun geschaffen.

Eine wichtige Rolle für die Zukunft der Photovoltaik spielen mittlerweile Batteriespeicher. Schließlich wachsen die Hausakkus – regelungstechnisch gesprochen – immer stärker in eine organisierende Rolle der Stromversorgung hinein. In den vergangenen Monaten sind Produkte auf den Markt gekommen, die ein intelligentes Energiemanagement mit Komponenten wie Photovoltaikanlage, Ladestation und eben Batteriespeicher umfassen.

Der Batteriespeicher eröffnet bei diesen Modellen Energieversorgern gleich zwei Möglichkeiten zum Vertrieb. Zum einen können sie dem einzelnen Haushalt einen wirtschaftlicheren Umgang mit dem von der Photovoltaikanlage gewonnenen Strom ermöglichen. Zum anderen können Energieversorger nun ihren Kunden ein attraktives, für alle Seiten profitables Netzwerk anbieten.

1. Möglichkeit Batteriespeichervertrieb: Kostenvorteil steigt mit den Strompreisen

Der Reihe nach: Für den einzelnen Haushalt lohnt sich ein Batteriespeicher, wenn sich dadurch der persönliche Eigenverbrauch und der Autarkiegrad erhöhen. Heute erreichen Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage – aber ohne Batteriespeicher – einen Eigenversorgungsanteil von rund einem Drittel. Mit einem Batteriespeicher kann der Hausbesitzer den finanziell interessanten Eigenverbrauchsanteil auf rund 60 Prozent verdoppeln. Steigen die Strompreise wie erwartet weiter an, erzielt er einen entsprechend immer größeren Kostenvorteil.

Batteriespeicher erhöhen nicht nur Autarkie und Eigenverbrauch, sondern vermitteln auch das gute Gefühl, etwas für die Umwelt getan zu haben. Im Bild ein Batteriespeicher von ads-tec. Foto: Sergey Nivens, Vladyslav Starozhylov, Nantpipat Vutthisak / shutterstock und ads-tec GmbH.

Die Wirtschaftlichkeit nimmt zudem dank der stetig sinkenden Preise für Batteriespeicher zu. Seit Jahresbeginn gaben die Preise für die Lithiumspeicher bei einigen Anbietern um bis zu 20 Prozent nach. So wundert es nicht, dass sich die Zahl der Batteriespeicher nach Angaben des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in den kommenden zwei Jahren von 50.000 auf 100.000 verdoppeln wird.

Auch danach wird das Wachstum anhalten: Schließlich erhalten ab Ende 2020 die ersten Betreiber älterer Photovoltaik-Anlagen keine Einspeisevergütung mehr. Für sie, die ihren Photovoltaik-Strom bislang komplett ins Stromnetz einspeisten und dafür die EEG-Förderung erhielten, wird sich dann der Kauf eines Batteriespeichers meistens lohnen. Denn angesichts der wegfallenden Einspeisevergütung sollten sie dann möglichst viel ihres Stroms selbst verbrauchen – und das gelingt am besten mit einem Batteriespeicher.

2. Möglichkeit Batteriespeichervertrieb: Energiedienstleister schaffen profitable Netzwerke

Die andere Möglichkeit für einen gelungenen Batteriespeichervertrieb ist der Aufbau eines Netzwerks, einer Strom-Community. Hier schließen Energiedienstleister Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage und Batteriespeicher zu einem großen Netzwerk zusammen.

Illustration einer Community – Mitglieder teilen Strom miteinander und profitieren. beegy übernimmt als White Label Anbieter alle Prozesse im Hintergrund, Partner können eine Community unter der eigenen Marke aufbauen. Grafik: beegy.

Bei beegy sieht dieses Model beispielsweise konkret so aus: Hausbesitzer produzieren auf dem Dach ihre eigene Solarenergie, um sie direkt zu verbrauchen oder in einem Batteriespeicher zwischen zu speichern. Den Strom, den sie nicht benötigen, geben sie dank eines intelligenten Energiemanagements automatisch an die Community weiter. Im Gegenzug erhält jeder Kunde in dem Moment, in dem er selbst zu wenig hat, automatisch Strom aus der Gemeinschaft – und zwar umsonst und unbegrenzt, als echte Flatrate.

beegy bietet dieses Modell als White-Label-Produkt an und ermöglich Energieversorgern, aber auch branchenfremden Unternehmen somit einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in den Markt für dezentrales Energiemanagement. Am Ende können Energieversorger so für Endkunden attraktive und zukunftsfähige Produkte, kombiniert mit innovativen Serviceleistungen, anbieten. Für Energieversorger sind dies Chancen, mit denen sie auch im Energiemarkt der Zukunft erfolgreich agieren können.

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