Stromspeicher – alles, was man wissen muss

Wer sich selbst mit Strom versorgen will, stolpert früher oder später über Stromspeicher – sie versprechen mehr Eigenverbrauch des Photovoltaikstroms, mehr Einsparung und Unabhängigkeit. Gleichzeitig kann man sich bei den vielen Anbietern und Daten schon mal verlieren. Wir haben deshalb alles Wichtige über Stromspeicher zusammengestellt und in Fragen aufgegliedert.

Wofür überhaupt einen Stromspeicher?

Wer sich selbst mit Strom versorgen will, nutzt dazu im Normalfall eine Photovoltaikanlage. Sobald die Sonne scheint, bringt das Kraftwerk auf dem Dach Strom ins Haus. Das Problem dabei: Den meisten Strom liefert die Anlage in den Mittagsstunden, während die meisten Menschen nicht daheim sind. Also fließt der Strom ins Netz und der Anlagenbetreiber bekommt eine EEG-Vergütung. Die EEG-Vergütung ist aber viel niedriger als der Preis für den Strom, wenn man ihn abends nach der Arbeit braucht. Kurzum: Mittags produziert die Solaranlage Strom, den man gerne abends hätte. Das würde Kosten sparen und den Anlagenbesitzer außerdem unabhängiger vom Stromversorger machen. Hier kommen Stromspeicher ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass man Photovoltaikstrom auch nutzen kann, wenn die Sonne nicht mehr scheint:

Stromspeicher sorgen für Sonnenstrom, der auch am Abend verwendet werden kann. Grafik: beegy.

Wie unabhängig kann ich mit einem Stromspeicher werden?

Wie viel des eigenen Stromverbrauchs mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher noch vom Versorger übernommen wird, hängt natürlich ganz vom Hausverbrauch und der Größe der Photovoltaikanlage ab. Als Faustregel kann man festhalten: Mit einer Photovoltaikanlage ist ein Autarkiegrad von 30 % bis 40 % möglich. Mit einem Stromspeicher können Hausbesitzer etwa eine doppelt so hohe Autarkie erreichen: 60 % bis 80 %. Mit dem Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin können Nutzer die Unabhängigkeit erwartete für Ihren Fall leicht ausrechnen. Wer noch mehr Unabhängigkeit wünscht, kann dies mit einem viel größer dimensionierten Stromspeicher erreichen – allerdings lässt sich die Anlage dann nicht mehr wirtschaftlich betreiben.

Lohnt sich ein Stromspeicher auch finanziell?

Bei der Wirtschaftlichkeit von Stromspeichern gehen die Meinungen auseinander. Fest steht aber:

  • Stromspeicher werden mit jedem Jahr günstiger und stehen zumindest an der Schwelle der Wirtschaftlichkeit.
  • Wird durch den Hausakku der Eigenverbrauchsanteil entsprechend erhöht, können sich Stromspeicher auch ohne Förderung lohnen.
  • Ist die Photovoltaikanlage dagegen schon etwas älter, lohnt sich die Einspeisung unter Umständen mehr als das Speichern in einer Batterie.
  • Die Wirtschaftlichkeit ist für jede Photovoltaikanlage und jeden Hausverbrauch unterschiedlich zu bewerten.
  • Was “Wirtschaftlichkeit” genau bedeutet, kann man unterschiedlich festlegen. Dabei kommen verschiedene Rahmenbedingungen und Annahmen zum Tragen.
  • Auf unserem Blog finden Sie zum Thema Wirtschaftlichkeit einen detaillierten Artikel: Wirtschaftlichkeit Batteriespeicher – lohnen sich Hausakkus?

    Wie sieht es mit Förderungen für Stromspeicher aus?

    Aktuell gibt es ein Förderprogramm der KfW, das vom 1.1.2017 bis zum 31.12.2018 läuft. Die Förderung können Besitzer mit Photovoltaikanlagen bis zu 30 kWp beantragen. Sie bekommen im Erfolgsfall einen zinsgünstigen Kredit sowie einen Tilgungszuschuss aus den Mitteln des BMWi. Genaue Konditionen finden Sie auf der Homepage der KfW.

    Welche Merkmale sollte ich kennen?

    Auf dem Markt gibt es unzählige Modelle, Anbieter und dazu auch noch Spezifikationen. Welche aber sind wichtig? Damit Sie einen guten Vergleich machen können, sollten Sie mindestens die nutzbare Speicherkapazität, die Anzahl der garantierten Ladezyklen, die Lebensdauer, die Anschaffungskosten sowie Garantien und Gewährleistungen kennen. Wichtig ist auch die Frage, ob es sich um ein Blei- oder ein Lithium-Ionen-System handelt. Bleisysteme sind günstiger, halten aber auch nicht so lange. Lithiumsysteme bieten eine länger Haltbarkeit und können in den letzten Jahren zudem mit immer weiter fallenden Preisen punkten. Unser Artikel “Batteriespeicher – diese Merkmale sollten Sie kennen” liefert zu den Merkmalen auch die passenden Erklärungen.

    Warum so kompliziert? Kann man einen Stromspeicher nicht einfach anschließen?

    Leider nein. Ein Stromspeicher ist viel mehr und komplexer als etwa ein Handyakku: Er verbraucht selbst Strom, muss gemanagt werden und ins öffentliche Netz integriert werden. Schließlich müssen die Hausakkus aufwendig installiert werden und kosten auch einiges an Geld. Unser Blogartikel “Warum der Batteriespeicher eben kein Handyakku ist” zeigt den Unterschied zwischen Stromspeicher und Handyakku ausführlich auf.

    Bis der Speicher so schick im Keller steht, muss einiges an Arbeit erledigt werden. Im Bild der Batteriespeicher von ads-tec. Foto: Sergey Nivens, Vladyslav Starozhylov, Nantpipat Vutthisak / shutterstock und ads-tec GmbH.

    Und die Nachteile? Welche Probleme bringt so ein Speicher mit sich?

    Zuerst bringt ein Stromspeicher eine ganze Reihe von Vorteilen: Mehr Unabhängigkeit, höherer Eigenverbrauch, Umweltschutz, Kosteneinsparungen und mehr. Allerdings gibt es auch Nachteile: Bei Lithium-Ionen-Akkus fehlen Langzeiterfahrungen und grundsätzlich muss die Wirtschaftlichkeit vor der Installation durchdacht werden. Unser Artikel “Batteriespeicher – Vor- und Nachteile der Hausakkus” geht ausführlich auf alle Vor- und Nachteile von Stromspeichern ein.

    Gibt es sonst noch etwas, das ich wissen sollte?

    Manches findet man nicht in der Broschüre – zum Beispiel, dass manche Speicher laut sind oder im Außeneinsatz Strom verbrauchen. Oder, dass die Anschaffung auch Auswirkungen auf die eigene Steuererklärung hat. Unser Artikel zeigt Vier unbekannte Fakten zu Batteriespeichern.

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